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Siersdorf

Siersdorf

Siersdorf liegt etwa 5 km westlich vom Kernort Aldenhoven. Es ist nach Aldenhoven der zweitgrößte Ort der Gemeinde. Höchstwahrscheinlich steckt in dem Bestimmungswort "Siers..." der Name eines Sippenoberhauptes "Sieglar" oder "Siegherr", der Siegmächtige. Erstmalig erwähnt wird Siersdorf im Jahre 1153 in einer Urkunde unter dem Namen "Sigentorp".

Die Kommende in Siersdorf

Ein bedeutendes Zeugnis europäischer Geschichte ist die Kommende in Siersdorf. Eine Kommende war die kleinste Verwaltungseinheit innerhalb des Deutschen Ordens und eine Residenz für die Ritter.
Die erste Siersdorfer Kommende wurde von 1264 bis 1267 erbaut, die aber in der sog. "Geldrischen Fehde" wieder zerstört wurde. Die jetzige Kommende wurde 1578 im Renaissancestil wieder aufgebaut.
Bis zur Zeit Napoleons hat die Kommende dem Deutschen Ritterorden gehört. Danach ist sie in Privatbesitz übergegangen. Im 2. Weltkrieg wurde sie teilweise zerstört und ist danach verfallen. Im Dezember 2001 hat sich auf Initiative des ehemaligen Pfarrers Braun ein Förderverein gegründet, der sich um den Wiederaufbau der Kommende bemüht.

Die katholische Kirche

Die erste Kirche in Siersdorf stammte vermutlich aus der Zeit Karls des Großen (742 bis 814). Es handelte sich, wie es zur damaligen Zeit üblich war, um eine Holzkirche. Diese genügte dem Deutschen Orden jedoch nicht mehr für seine Zwecke. 1264 begann der Bau der zweiten Kirche in Siersdorf. 1266 war sie fertiggestellt. 1510 war auch diese Kirche nicht mehr zweckmäßig. Der Orden baute eine dritte Kirche, die vor allem den Rittern als Grablege diente. Der Turm der heutigen historischen Kirche brannte jeweils in den Jahren 1829, 1867, 1875 und 1886 ab. Ursache hierfür waren die Brände der Zehntscheunen und das Übergreifen auf den Kirchturm. Die Glockenstube wurde nach den Plänen des königlichen Baumeisters Carl Friedrich Schinkel wieder aufgebaut. Die historische Kirche von Siersdorf besitzt in unserer Gegend bedeutende Kunstwerke. An erster Stelle ist zu nennen der Lettnerbogen, ein einmaliges Kunstwerk auf der ganzen Welt, dann den flandrischen Schnitzaltar von 1520, die acht Langhausfiguren von 1525 und die Chorherrenbänke von 1525 sowie die Renaissancefüllungen in der Kanzel von 1535.

Siersdorf und der Bergbau

1937 begann der Eschweiler Bergwerksverein (EBV), in Siersdorf eine Steinkohlenzeche zu bauen. Der Ausbau wurde durch den 2.Weltkrieg verzögert. 1952 förderte die Zeche "Emil Mayrisch" in Siersdorf die erste Steinkohle. In den Jahren zwischen 1955 und 1970 wurde immer mehr Kohle gebraucht. Die Zeche "Emil Mayrisch" konnte in Deutschland keine Bergleute mehr anwerben. Darum fuhren Vertreter des EBV nach Italien, Spanien, Marokko, Jugoslawien, Griechenland, Portugal und in die Türkei.
Sie warben dort viele arbeitswillig Männer an. Die neuen Mitarbeiter des EBV durften ihre Familien mitbringen. Viele Bergleute des EBV fanden neue Wohnungen in Siersdorf, die meisten aber zogen nach Aldenhoven. Die Zeche "Emil Mayrisch" wurde wie viele andere Zechen in der Region auch geschlossen, da der Abbau von Steinkohle nicht mehr rentabel war.

Schulen in Siersdorf

Von einer ersten Siersdorfer Schule berichtet ein Schriftstück schon im Jahre 1533. Dort heißt es: "Der Kuster helt 3 of 4 Kinder." Der Küster war nämlich in früherer Zeit oft gleichzeitig Organist, Lehrer und Landwirt. In Siersdorf hatten die Ordensritter der Kommende Einfluss auf die Ausbildung der Jugend. Sie waren dafür geeigneter als z.B. Schneider oder Schuster, die andernorts außer den Küstern diese Aufgaben übernommen hatten. Bei der Begabtenförderung wirkte in Siersdorf auch der Burgkaplan mit. Dies geschah natürlich auch, um Nachwuchs für den Konvent der Kommende zu finden, also, junge Leute für den geistlichen Beruf zu gewinnen.

Im Jahre 1905 zog die dreiklassige Schule in den alten Fronhof. Auch 1949 war die Siersdorfer Volksschule noch dreiklassig. Danach begann der steile Zuwachs: 1950 = 4klassig, 1952 = 5klassig, 1953 = 6klassig, 1956 = 7klassig (= 261 Schüler). In den 50er Jahren entstand an der Mühlenstraße ein neues Schulgebäude, das später nochmals erweitert wurde. Auch eine evang. Schule wurde daneben gebaut. Sie bekam den Namen "Martin-Luther-Schule". Heute befindet sich in Siersdorf nur noch die Gemeinschaftsgrundschule (Johannesschule) in der Mühlenstraße.

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